Montag, 4. August 2008

Was sagen Schüler in Kamerun?

Hallo allerseits!
Wie ich höre, soll es in den letzten Wochen in Deutschland tatsächlich so was wie einen Sommer gegeben haben?! Auch Marie und ich genießen heute die Sonne, nachdem es in den letzten zwei Tagen viel geregnet hat.

Wir sind mit unserer Arbeit gut vorangekommen, die Beschriftung der Bücher in der Bibliothek nähert sich ihrem Ende und wir haben auch weitere Leute getroffen und mit ihnen über ihre Erfahrungen gesprochen. Besonders interessant fand ich es, die Meinungen von Schülern zu lesen, die an einem Wettbewerb des Umweltministeriums teilgenommen haben und dazu verschiedene Fragen beantwortet haben. Es ist spannend zu lesen, wie genau sie die Umweltprobleme in ihrer Umgebung wahrnehmen und was sie gern ändern würden.

Anlässlich des 35. Welt-Umwelt-Tages am 05. Juni 2008 sollten die Schüler folgende Fragen beantworten:

  1. Was ist das diesjährige Thema des Welt-Umwelt-Tages?

  2. Was bedeutet dieses Thema für dich?

  3. Was sind die Hauptquellen für CO2-Emissionen, die von Menschen verursacht werden?

  4. Was sind die Konsequenzen einer erhöhten CO2-Konzentration in der Atmosphäre für die Menschen?

  5. Nenne fünf Umwelt-Probleme in der Provinz Adamaoua!

  6. Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Maßnahmen um die Emission von CO2 zu verringern?

Um es vorweg zu sagen, das diesjährige Thema lautete: „Non à la dépendance! Pour une économie à faible émissions de carbon.“ übersetzt „ Nein zur Abhängigkeit! Für eine Wirtschaft mit wenigen Kohlenstoff-Emissionen.“ Vielleicht könnt ihr versuchen, die anderen Fragen für euch selbst zu beantworten und auf euren Wohnort zu beziehen?

Die Schüler hier sind sehr gut informiert, was die hauptsächlichen Quellen der Treibhausgase sind und welche Folgen sie haben, am meisten hat mich aber gefreut, dass sie auch die Probleme in ihrer eigenen Region sehr genau bemerken. So fanden sich unter den genannten Umweltproblemen in Adamaou gleich auf den vordersten Plätzen die „wilde“ Müllentsorgung in der Stadt und die große Luftverschmutzung durch die vielen Autos und Motorrad-Taxis.



















Es gibt in Ngaoundéré keine funktionierende Müllabfuhr und so entstehen überall in der Stadt kleine und größere Müllhalden, auf denen die Leute ihren Müll einfach so entsorgen. Häufig wird er auch in den Fluss geworfen, in der Hoffnung, dass er wegschwimmt. Diese Sammelplätze stinken in der Hitze fürchterlich und da sich keiner um sie kümmert, ziehen die freilaufenden Tiere dort hin und suchen im Müll nach Freßbarem, aber auch die Kinder spielen dort zum Teil. Ich habe schon in einer kleinen Schülerzeitung einen Bericht darüber gelesen, der die Schüler warnt, nicht auf den Mülldeponien zu spielen, weil dort auch giftige Abfälle z.B. aus den Apotheken oder gesundheitlich bedenkliche Sachen aus den Krankenhäusern landen.

Außerdem haben die Kinder die Wilderei, den wachsenden Holzverbrauch, die vielen Buschfeuer und die mangelhafte Abwasserentsorgung als Problem genannt. Häufig wurde auch die steigende Verbreitung eines Unkrauts erwähnt, welches „Bokassa-Gras“ heißt. Es wächst sehr schnell und ist für die Rinder nicht fressbar, so dass Weidegrund für die Viehhaltung verloren geht, wenn sich dieses Gras ausbreitet. Für die Landwirtschaft ist das Gras dagegen gar nicht so schlecht, denn die Erde darunter wird sehr fruchtbar und man kann gute Ernten darauf erzielen. Dafür wird das Gras alleridngs häufig abgebrannt, was wiederum zu Buschfeuern führen kann... .

Aber die Kinder haben auch viele gute Ideen, was man tun kann, um z.B. die CO2-Emisionen zu verringern. Besonders gern möchten sie, dass Abgasfilter in die vielen Autos und Motorräder eingebaut werden und es verboten wird, alte Autos aus anderen Ländern zu importieren. Sie hätten gern eine Möglichkeit, alte Sachen wieder zu verwenden und wichtige Wertstoffe zu recyceln, so z.B. die allgegenwärtigen Plastiktüten. Ahmadou, 14 Jahre, schlägt vor, dass man für jeden großen Baum den man fällt, um Feuerholz zu haben, 5 kleine pflanzen und sich um sie kümmern soll.

Djainabou ist bereits Mitglied in einem „Club der Freunde der Natur“ an seiner Schule. Der Club trifft sich wöchentlich einmal nach der Schule und pflanzt Bäume, sammelt Müll ein oder diskutiert über Umweltthemen. Gemeinsam wollen sie mehr Leute darüber aufklären und sie überzeugen, die Natur besser zu schützen!

Und bereits in Douala habe ich dieses Transparent gesehen: "10.000 Bäume im Jahr 2008 pflanzen - mobilisieren wir uns!"


2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

fetti siite man merci

Stefan Rostock hat gesagt…

Hallo Carolin,

vielen Dank für den guten Blog!
Hätte da noch Fragen.
Als Referent für Bildungsarbeit zu Klima und Entwicklung bei Germanwatch (org) würde ich einige deiner Informationen gerne verwenden.

Kannst du dich melden?

Dank und Gruß,
Stefan