Donnerstag, 24. Juli 2008

Globale Gerechtigkeit?

Hallo, da sind wir wieder. Leider ist in dieser Woche für mehrere Tage das Internet ausgefallen, so dass wir uns erst heute wieder melden können.

Diese Woche war zum größten Teil dem Aufbau der Bibliothek von CDE SAARE gewidmet, außerdem haben wir die Daten der meteorologischen Station ausgewertet und uns einige Studien zum Klimawandel und Kamerun angesehen. Mit den Bauern konnten wir uns leider noch nicht treffen, hoffen aber das bald nachholen zu können.

Die Daten der Wetterstation haben einen kleinen Trend bestätigt: Die Temperaturen steigen langsam an, in den letzten sechs Jahren lag z.B. die Jahresdurchschnittstemperatur kontinuierlich ein wenig über dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre. Zwar sind die Daten von „nur“ 20 Jahren nicht wissenschaftlich eindeutig, aber sie zeigen doch deutlich eine Entwicklung an und die Ergebnisse stimmen mit den Aussagen von Klimaforschern und den Eindrücken der Leute hier überein.

Kamerun erfährt eindeutig einen Klimawandel und die Leute haben begonnen, ihn zu bemerken. Laut Klimaforschern wird Afrika als Kontinent am stärksten vom zu erwartenden Klimawandel betroffen sein. Wie viel trägt Kamerun aber eigentlich zum Klimawandel bei?
Um das herauszufinden, kann man einige Berechnungen anstellen: Der Klimawandel wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, der wichtigste ist jedoch die Erhöhung der Konzentration von so genannten Treibhausgasen in der Erdatmosphäre. Offensichtlich bläst die Menschheit seit etwas über 100 Jahren immer mehr davon in die Luft und das Klima reagiert darauf.

In der Tabelle unten lässt sich nun z.B. feststellen, dass der Anteil Afrikas an der Weltbevölkerung etwa 14 % ist – während es nur ca. 3% der weltweiten Treibhausgasproduktion zu verantworten hat.

Klimaforscher fordern, den Klimawandel auf einen Temperaturanstieg von maximal 2°C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen – diese 2°C gelten als die Grenze unterhalb der die Menschen mit dem Temperaturanstieg noch umgehen können und die Folgen nicht zu dramatisch werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste der CO2 Ausstoß im Vergleich zum jetzigen stark reduziert werden.

Würde man also die Menge CO2, die wir gefahrlos ausstoßen können gleichmäßig auf alle Menschen verteilen, hätte jeder 3 Tonnen pro Jahr zur Verfügung, die er oder sie ausstoßen darf. Laut Weltbank ist 1 Tonne pro Jahr das Minimum für einen menschenwürdigen Lebensstandard, wenn also genug Energie und Lebensmittel usw. vorhanden sein sollen.
Der bisherige Ausstoß ist sehr ungleich verteilt: Im Durchschnitt produziert ein Deutscher ca. 12,3 Tonnen CO2 pro Jahr, also viermal soviel wie „erlaubt“. Ein Kameruner hingegen produziert etwa 0,3 Tonnen, worin sich widerspiegelt, dass viele Menschen hier z.B. keinen Zugang zu Elektrizität oder motorisierten Transportmitteln haben.

So, das sind genug Zahlen für heute. Ich gehe jetzt das Abendessen vorbereiten: Gebratene Kochbananen mit Tomaten und Paprika.

Und ihr könnt, wenn ihr möchtet herausfinden, wie viel CO2 ihr selbst ausstoßt. Einen CO2-Rechner findet ihr hier.
Ähnliche Rechenbeispiele gibt es in Form des „ökologischen Fußabdrucks“, mit dem man ausrechnen kann, wie viel der Erdoberfläche man durch den eigenen Lebensstil eigentlich beansprucht und wie viele Erden man bräuchte, wenn alle Menschen so leben würden. Den eigenen Abdruck kann man z.B. hier berechnen. Dazu gibt es viele Tipps, wie man seine eigene Umwelt-Bilanz verbessern kann.

Bis bald,
eure Carolin

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